Laienausbildung: Österreich als Vorbild? Warum der Vergleich trügt
Die geplante Laienausbildung in Deutschland wird von Befürwortern gern mit dem österreichischen Modell ins Feld geführt – doch dieser Vergleich hält einer genaueren Betrachtung kaum stand. Zwar sieht auch die Reform des Bundesverkehrsministeriums vor, dass Fahrschüler einen Teil der Fahrpraxis mit maximal zwei nahestehenden Personen sammeln können, ähnlich wie es in Österreich den begleiteten Ausbildungsfahrten vorbehalten ist. Entscheidend ist jedoch: In Österreich ist das Fahren mit Begleitpersonen seit Jahren in ein eng reguliertes, pädagogisch durchdachtes Gesamtkonzept eingebettet – in Deutschland dagegen steht bislang nur ein politischer Entwurf, der eher auf Kostenentlastung als auf Qualitätsstandards zielt. Wer beide Systeme gleichsetzt, übersieht grundlegende Unterschiede bei Voraussetzungen, Umfang und Kontrolle der Fahrpraxis. Ein Blick auf die aktuelle Debatte zeigt zudem, wie stark sie von wirtschaftlichen Motiven geprägt ist. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr wirbt damit, die Fahrausbildung „flexibler und kostengünstiger“ zu machen, unter anderem durch digitale Theorie, weniger Pflichtsonderfahrten und die Einbindung von Laien. Fahrlehrerverbände hingegen sprechen von einem „Frontalangriff auf die Verkehrssicherheit“ und warnen, Laien würden Laien ausbilden – mit absehbaren Folgen für das Unfallrisiko. Genau an diesem Punkt lohnt sich der Blick nach Österreich: Dort wurde das Fahren mit Begleitpersonen nie als Sparmodell eingeführt, sondern als Baustein eines Sicherheitskonzepts, das hohe Anforderungen
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